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Dependenz

Die Dependenz ist in der Gruppendynamik eher die kampfangesagte Lösung eines Konfliktes oder gruppendynamischen Prozesses. Ihr steht die Interdependenz gegenüber, die das Ganze wohlwollender angeht. Die wissenschaftstheoretische Grundlegung ist in der Dependenztheorie erforscht und findet auch ihren Niederschlag in der Reziprozität. Letztlich geht es um das Erfassen von Mustern, was die bei bestimmten Ereignissen und Vorgängen in Gang gesetzt werden. Aus diesen Mustern können dann aus der Dependenz schlüssige und sich wiederholende Gesetzmäßigkeiten erkannt werden.

Die Wissenschaftstheorie der Dependenz

Die Dependenz in einer Gruppe zeigt sich unter anderem dadrin, dass bestimmte Machtverhältnisse unter den Mitgliedern den Umgang bestimmen.

Die Dependenz in einer Gruppe zeigt sich unter anderem dadrin, dass bestimmte Machtverhältnisse unter den Mitgliedern den Umgang bestimmen.

In den Theorien der Gruppendynamik und der Gestaltpsychologie beschreibt die Dependenz Abhängigkeiten einer Gruppe oder auch eines Einzelnen in der Gruppe. Durch diese Dependenz besteht im Grunde auch ein Machtverhältnis oder Überordnungsfunktion zu dieser Gruppe. Diese Dependenz steuert die Gruppe deshalb auch maßgeblich in ihren Reaktionen und Lösungsansätzen. Der äußere Druck wirkt sich letztlich auf die Entscheidungen der Gruppe negativ aus. Durch den Druck von außen entstehen Ängste, wodurch Entscheidungen der Gruppe sehr leicht manipulierbar werden. Schon ansatzweise wird erkennbar, wofür die Dependenztheorie genutzt werden kann. Die einzelnen Gruppenmitglieder reagieren mit Ausweichmanövern und schlimmstenfalls die Desertation. Flucht ist ein Reflex, der instinktiv auf die Gefahr reagiert. Deshalb ist die Desertation sehr differenziert zu sehen. Das Gleiche gilt dabei reziprok auch für den Sanktions- und Maßnahmenkatalog, der in der Vergangenheit weit über das Ziel hinausgeschossen ist. Die Sanktionen dienen rein der Durchsetzung von Macht und dienen keinem gruppendynamischen Prozess, außer dem Kadavergehorsam.

Jeder kann in die Lage der Dependenz kommen!

Wenn die Gruppe zu der Erkenntnis gelangt, dass eine Lösung nur im gemeinsamen Durchleben und Aushalten erfahren wird, kommt es zu einer sogenannten Konterdependenz. Dieser Weg ist wohl der tiefste und schwierigste, aber auch deren zutiefst das Menschsein ausmachenden Weg. Abwehr, Gegenwehr, Solidarität, Verteidigung des Einzelnen bekommen einen neuen Stellenwert. Letztlich liegt in der Konterdependenz der gruppendynamische Prozess zugrunde, der alle Widerstandsbewegungen und Widerstandskämpfer beseelt hat. Auch in der Gewissheit, dass am Ende das sichere Aus steht. Tief bewegende Zeugnisse der Weißen Rose, Dietrich Bonhoeffer, Alfred Delp, Martin Luther King, Mahatma Gandhi und vielen anderen mehr zeugen von der Brisanz wie kostbar und wertvoll es ist für ein Ideal zu leben. Sterben wollte von ihnen deswegen sicher keiner. Aber das war der Preis!